Eine Frau hockt hinter ihrem Hund in der Abendsonne und hat sich das Leben mit Hund genau so vorgestellt.

Leben mit Hund: Wenn die Realität ganz anders aussieht als der Traum

Leben mit Hund beginnt für viele Frauen lange bevor der Hund überhaupt einzieht. Da ist dieses Bild im Kopf, manchmal ganz deutlich, manchmal eher als Gefühl: gemeinsam loslaufen, ohne vorher jede Strecke durchdenken zu müssen, nach der Gassirunde noch kurz auf einen Kaffee einkehren und den Hund entspannt unter dem Tisch liegen sehen. Kein besonderer Ausflug, keine große Sache. Einfach Alltag.

Vor zehn Wochen saß eine Frau bei mir im Coaching und brachte dieses Gefühl mit einem einzigen Satz auf den Punkt.

„Eigentlich wollte ich nur diese Lassie-Momente.“

Ich musste lächeln, weil ich sofort wusste, was sie meinte. Sie sprach von diesem selbstverständlichen Zusammensein, das man sich ausmalt, wenn man an ein Leben mit Hund denkt. Ein Hund, der einfach dabei ist, mit dem man losziehen kann, ohne ständig zu überlegen, ob die Strecke heute funktioniert, ob irgendwo Wild auftauchen könnte oder ob man den Cafébesuch lieber gleich wieder absagt.

So hatte sie es sich vorgestellt.

Ihr Alltag sah anders aus. Ihr Hund kommt aus dem Tierschutz und hat einen ausgeprägten Jagdtrieb. Die Schleppleine gehörte zu jedem Spaziergang, und schon der Gedanke an die Innenstadt oder an ein volles Café sorgte bei ihr für Anspannung. Während sie erzählte, hörte ich ihr zu und merkte irgendwann, dass ich gar nicht mehr über den Hund nachdachte.

Ich dachte über sie nach.

Sie wirkte nicht enttäuscht von ihrem Hund. Sie mochte ihn, das war in jedem Satz zu hören. Ihre Traurigkeit saß an einer anderen Stelle. Zwischen dem Leben, das sie gerade führte, und dem Leben, das sie sich mit ihm einmal vorgestellt hatte, war eine Lücke entstanden. Und ich glaube, dass viele Frauen diese Lücke kennen, auch wenn sie kaum darüber sprechen.

Leben mit Hund fühlt sich manchmal anders an, als wir es uns vorgestellt haben

Wenn Frauen zu mir kommen, erzählen sie zuerst von ihrem Hund. Er zieht an der Leine, jagt, bellt andere Hunde an oder kommt draußen kaum zur Ruhe. Damit beginnt unser Gespräch, denn das ist der Punkt, an dem sie im Alltag nicht mehr weiterwissen.

Während sie erzählen, entsteht bei mir nach und nach ein anderes Bild. Ich frage mich, wie sich ihre Tage inzwischen anfühlen. Ob sie schon beim Anziehen der Schuhe überlegt, welche Strecke wohl am ruhigsten sein könnte. Ob sie bestimmte Wege meidet, weil dort viele Hunde unterwegs sind. Ob sie Einladungen absagt, obwohl sie früher gerne spontan mit einer Freundin einen Kaffee trinken gegangen ist.

Solche Entscheidungen wirken von außen oft klein. Für die Frau, die sie jeden Tag trifft, verändern sie nach und nach das ganze Leben mit Hund.

Viele haben sich sehr gut vorbereitet. Sie haben Bücher gelesen, Podcasts gehört, Hundeschulen besucht und sich durch unzählige Tipps gearbeitet. Wissen fehlt ihnen selten. Manchmal wissen sie sogar ganz genau, wie sie in einer bestimmten Situation reagieren möchten, und erleben dann trotzdem, dass ihr Körper längst etwas anderes entschieden hat.

Die Leine wird kürzer, der Atem flacher, der Blick geht nach vorne und sucht schon nach dem nächsten möglichen Problem. Der Hund reagiert darauf, die Frau reagiert wiederum auf ihn, und innerhalb weniger Sekunden entsteht ein Ablauf, den beide schon gut kennen.

Ich nenne das die Rückkopplung zwischen Mensch und Hund. Der Hund reagiert auf das, was ihm von seiner Bezugsperson begegnet, und die Frau reagiert auf das Verhalten ihres Hundes. Daraus entwickelt sich ein Wechselspiel, das sich oft so vertraut anfühlt, dass niemand mehr genau sagen kann, wo es eigentlich angefangen hat.

Mich interessiert dieser Anfang.

Nicht, um herauszufinden, wer etwas falsch gemacht hat. Schuld bringt weder die Frau noch den Hund weiter. Ich möchte verstehen, warum eine Situation immer wieder dieselbe Spannung auslöst und was in diesem Moment zwischen beiden passiert.

Was im Leben mit Hund oft unsichtbar bleibt

Auf Bildern sieht das Zusammenleben mit einem Hund meistens leicht aus. Da liegt ein Hund im Café, läuft am Strand ohne Leine oder sitzt aufmerksam neben seinem Menschen. Was vor diesem Foto passiert ist, bleibt außerhalb des Bildes.

Man sieht die Spaziergänge nicht, bei denen jemand nach wenigen Minuten wieder nach Hause gegangen ist. Man sieht nicht, wie eine Frau im Auto sitzen bleibt, weil sie auf dem Parkplatz schon drei freilaufende Hunde entdeckt hat. Man sieht auch nicht, wie oft sie sich vorgenommen hat, heute ruhig zu bleiben, und sich später dafür verurteilt, dass es wieder nicht geklappt hat.

Ich glaube, dass viele Frauen viel freundlicher mit ihrem Hund umgehen als mit sich selbst. Wenn der Hund einen schlechten Tag hat, suchen sie nach Gründen. War es zu viel? War die Situation zu eng? Ist er müde oder überfordert? Für sein Verhalten finden sie meistens eine Erklärung.

Bei sich selbst werden sie deutlich schneller hart.

Dann reicht eine schwierige Begegnung, und im Kopf tauchen Sätze auf wie: „Ich bekomme es einfach nicht hin.“ Oder: „Andere schaffen das doch auch.“

Mich beschäftigt das, weil diese Frauen meistens schon sehr viel leisten. Sie planen, beobachten, trainieren und versuchen, ihrem Hund gerecht zu werden. Gleichzeitig haben sie das Gefühl, dass es trotzdem nicht reicht.

Mit ihnen stimmt nichts nicht.

Sie haben irgendwann gelernt, in bestimmten Situationen so zu reagieren, wie sie heute reagieren. Ihr Körper wartet nicht darauf, dass sie in Ruhe über die beste Lösung nachdenken. Er greift auf das zurück, was ihm vertraut ist.

Als ich das bei mir selbst verstanden habe, hat sich mein Blick auf mein eigenes Leben mit Hund verändert.

Der Hund erlebt nur das, was ihm gerade begegnet

Meine Hündin Coco kennt meine Kindheit nicht. Sie weiß nichts über frühere Erfahrungen, Selbstzweifel oder die Angst, von anderen bewertet zu werden. Sie kennt auch keinen meiner Gedanken.

Trotzdem begegnet sie ihrem Ausdruck.

Sie hört, wie sich meine Stimme verändert. Sie spürt die Spannung in meinem Körper, sieht meine Bewegungen und erlebt, ob ich klar entscheide oder innerlich noch mit mir diskutiere. Der Hund erlebt niemals die Ursache. Er erlebt ausschließlich ihren Ausdruck.

Dieser Gedanke hat mir geholfen, viele Situationen anders anzuschauen. Früher war ich lange überzeugt, dass mir noch die richtige Methode fehlte. Also fuhr ich zu Hundeschulen, probierte verschiedene Trainingsansätze aus und hoffte jedes Mal, nun den Baustein gefunden zu haben, der alles verändert.

Manches funktionierte gut, zumindest für eine Weile. Im Alltag kam ich trotzdem immer wieder an denselben Punkt zurück. Irgendwann begann ich mich zu fragen, weshalb manche Situationen in mir so viel auslösten und warum ich bereits angespannt war, bevor überhaupt etwas passiert war.

Meine erste Hündin war ruhig, unauffällig und leicht zu führen. Sie brachte mich nur selten in Situationen, in denen ich an mir zweifelte. Coco war anders. Temperamentvoll, energiegeladen und sehr präsent. Mit ihr konnte ich vieles nicht mehr übersehen.

Sie hat meine Unsicherheit nicht verursacht. Sie hat sichtbar gemacht, was in mir längst vorhanden war.

Das war keine besonders angenehme Erkenntnis, aber eine, die vieles geordnet hat. Ich musste nicht länger gegen mich kämpfen. Ich konnte anfangen, mich zu verstehen.

Leben mit Hund verändert sich, wenn wir Zusammenhänge erkennen

Im Coaching frage ich deshalb selten als Erstes, wie wir ein Verhalten möglichst schnell wegbekommen, denn mich interessiert, was sein Verhalten in der Frau auslöst.

Was denkt sie, wenn am Ende des Weges ein anderer Hund auftaucht? Was spürt sie in ihrem Körper? Welche Entscheidung trifft sie in diesem Moment, und ist es wirklich eine Entscheidung oder läuft längst ein alter Automatismus ab?

Viele Frauen kennen die Antwort auf die Frage, was sie tun sollten. Sie schaffen es in der Situation trotzdem nicht, darauf zuzugreifen. Das hat wenig mit fehlender Disziplin zu tun. Ein Vorsatz verändert keine automatische Reaktion, die über Jahre entstanden ist.

Selbstführung bedeutet für mich daher auch nicht, dass eine Frau immer ruhig sein muss. Sie darf nervös sein, unsicher werden oder einen schlechten Tag haben. Entscheidend ist, dass sie bemerkt, was gerade in ihr passiert, und sich innerlich so führen kann, dass sie wieder handlungsfähig wird.

Das ist oft unspektakulär. Manchmal besteht der erste Schritt darin, den eigenen Atem wahrzunehmen, bevor die Leine kürzer wird. An einem anderen Tag gelingt es, nach einer schwierigen Begegnung freundlich mit sich zu bleiben, statt den ganzen Spaziergang als Misserfolg zu verbuchen.

Von außen sind das kleine Veränderungen. Im Leben mit Hund können sie einen großen Unterschied machen, weil der Hund einer Frau begegnet, die nach und nach verlässlicher für sich selbst wird.

Das Foto aus dem Café

Vor ein paar Tagen bekam ich eine Nachricht von der Frau, die von ihren Lassie-Momenten erzählt hatte. Sie schickte mir ein Foto, auf dem ihr Hund entspannt unter einem Cafétisch lag. Menschen gingen vorbei, auf dem Tisch stand eine Tasse Kaffee, und alles sah erstaunlich selbstverständlich aus.

Unter dem Bild stand ein Satz:

„Vor zehn Wochen hätte ich vorher wieder umgedreht.“

Ich habe das Foto eine Weile angeschaut und musste an unser erstes Gespräch denken. An die Anspannung, die schon da war, bevor sie das Haus verließ. An ihre Sorge, dass es nicht funktionieren könnte, und an die vielen Situationen, die sie vorsichtshalber gar nicht erst ausprobiert hatte.

Der Hund unter dem Tisch war schön zu sehen. Berührt hat mich etwas anderes.

Sie war hineingegangen.

Vor zehn Wochen hätte sie wahrscheinlich schon auf dem Weg zum Café überlegt, ob sie lieber umkehrt. Dieses Mal hatte sie die Anspannung vermutlich ebenfalls gespürt, nur traf sie eine andere Entscheidung. Sie blieb bei sich, ging weiter und gab sich und ihrem Hund die Möglichkeit, eine neue Erfahrung zu machen.

Für Menschen, die ihre Geschichte nicht kennen, ist es einfach ein Hund unter einem Tisch. Für sie war es ein Stück von dem Leben mit Hund, das sie schon fast abgeschrieben hatte.

Ich glaube, dass Veränderung häufig lange vor dem Moment beginnt, den später alle sehen können. Sie beginnt dort, wo eine Frau sich selbst nicht mehr sofort infrage stellt. Wo sie neugierig wird auf das, was in ihr passiert, und sich erlaubt, einen kleinen Schritt zu gehen, obwohl sie noch nicht weiß, wie die Situation ausgehen wird.

Ein gutes Leben mit Hund braucht keine perfekte Geschichte

Seit unserem ersten Gespräch denke ich immer wieder an diesen Satz.

„Eigentlich wollte ich nur diese Lassie-Momente.“

Darin steckt für mich keine übertriebene Erwartung. Sie wollte keinen perfekten Hund und keinen Alltag, in dem immer alles funktioniert. Sie wollte ein Gefühl von Leichtigkeit, einen Begleiter an ihrer Seite und gemeinsame Erlebnisse, über die sie nicht vorher stundenlang nachdenken muss.

Diese Sehnsucht kann ich gut verstehen.

Ein gutes Leben mit Hund sieht allerdings nicht bei jeder Frau gleich aus. Für die eine ist es der Cafébesuch, für eine andere ein ruhiger Spaziergang am Waldrand oder die erste Hundebegegnung, nach der sie nicht den ganzen Weg nach Hause an sich zweifelt.

Der ursprüngliche Traum darf sich verändern. Manchmal entsteht daraus etwas, das viel besser zum Hund und zu der Frau passt, die heute miteinander leben. Es ist weniger glatt, weniger selbstverständlich und dafür sehr viel echter.

Das Foto aus dem Café habe ich noch vor Augen. Ich sehe darin keinen Beweis dafür, dass jetzt alles geschafft ist. Ich sehe eine Frau, die verstanden hat, was in ihr passiert, und die ihrem Hund dadurch anders begegnen konnte.

Vor zehn Wochen wäre sie umgedreht.

Dieses Mal ist sie geblieben.

Und manchmal beginnt ein anderes Leben mit Hund mit genau diesem einen Schritt.

Gerne möchte ich dir noch diesen Blogartikel ans Herz legen: Stress bei Hundebegegnungen, Warum du deinem Hund oft keine Sicherheit geben kannst – und wie du es wirklich lernst

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Herzlichst,
Deine Antje

Wut beim Gassigehen: Ein Morgen auf dem Feldweg

Wut beim Gassigehen – Wir alle kennen diese Hundebegegnungen, auf die wir gerne verzichten würden. Aber hattest du schon mal eine Begegnung, die dich nicht nur genervt, sondern so richtig auf die Palme gebracht hat? So ein „Ich-kann-nicht-fassen-dass-es-solche-Leute-gibt“-Moment?

Am Ende sind es dann oft gar nicht die Hunde, sondern die Menschen, die das eigentliche Problem darstellen.

Zwei meiner wichtigsten Werte sind Respekt und Rücksicht. Wenn diese verletzt werden, trifft mich das hart und macht mich oft extrem wütend. Dann bin ich wirklich geschockt und kann nur den Kopf schütteln über so viel Ignoranz.

Solche Begegnungen haben mich früher tagelang beschäftigt. Ich konnte nicht akzeptieren, dass „die anderen sich so ätzend benahmen“. Ich hatte doch nichts Unverschämtes verlangt, sondern nur um etwas gebeten, das eigentlich selbstverständlich sein sollte. Das brachte mich regelmäßig zur Weißglut. Die Wut schwelte in mir, und ich konnte mich nicht daraus befreien.

Erkenntnisse

Es hat viele Begegnungen, Reflexion und innere Arbeit erfordert, bis ich gelernt habe, damit umzugehen – und das Geschenk solcher Ereignisse zu erkennen. Ich habe nicht nur gelernt, meine Wut zu akzeptieren und loszulassen, sondern auch mehr innere Ruhe und Ausgeglichenheit im Alltag gewonnen. Und genau das wirkt sich auf meine Hunde aus.

Wut – Erkennen und Annehmen

Es ist wichtig, Wut zu fühlen und zuzulassen. Viele Menschen neigen dazu, dieses Gefühl zu unterdrücken. Es ist gesellschaftlich nicht gern gesehen, gilt als unkontrolliert und explosiv. Besonders Frauen wird oft eingetrichtert, ruhig und angepasst zu sein, nicht laut, nicht fordernd.

Doch unterdrückte Wut staut sich an und bricht irgendwann unkontrolliert hervor – oft intensiver, als es sonst der Fall gewesen wäre. Und nicht selten trifft es dann den Hund, der gar nichts dafür kann. Wenn du wütend bist, spürt dein Hund es sofort. Vielleicht wird er angespannt, weicht dir aus oder reagiert plötzlich nervös auf andere Hunde. Er spiegelt deine Emotionen wider, ohne zu wissen, was los ist.

Was steckt unter der Wut?

Oft liegen unter der Wut noch andere Gefühle: Scham, Schuld oder Angst. Gefühle, die wir ungern anschauen. Aber: Unterm Teppich ist nur begrenzt Platz, und auch der Keller wird irgendwann voll.

Früher dachte ich oft: Warum treffe ich immer diese rücksichtslosen Leute? Herr, lass Hirn vom Himmel regnen! Heute erkenne ich, dass ich nicht in der Opferrolle bleiben muss. Ich habe Werkzeuge und Möglichkeiten, um besser durch solche Situationen zu kommen. Und wenn ich mich verändere, verändert sich auch mein Hund.

Einfluss und Entscheidung – Was kann ich ändern?

Ein wirklicher Gamechanger für mich war zu verstehen, worauf ich Einfluss habe. Ich kann nicht ändern, wie sich andere Menschen oder Hunde verhalten. Ich kann eine Bitte äußern, aber ob sie beachtet wird, liegt nicht in meiner Hand. Ich kann nicht das Gegenüber verändern, nicht deren Benehmen und nicht deren Werte.

Aber ich kann entscheiden, wie ich reagiere. Natürlich könnte ich zurückschimpfen, aber ich habe für mich beschlossen, dass ich mich nicht auf dieses Niveau herablassen will. Also frage ich mich: Kann ich diesen Menschen ändern? Nein. Kann ich ändern, wie er sich äußert? Nein. Kann ich ändern, wie ich darauf reagiere? Ja! Und dann drehe ich mich um und gehe. So gebe ich anderen nicht die Macht, meine Energie zu rauben, und – noch wichtiger – ich bleibe bei mir. Mein Hund spürt diese Klarheit und bleibt ebenfalls ruhiger.

Ruhig bleiben, wenn die Nerven blank liegen

Anstatt den Fokus auf dein Gegenüber zu richten, bleibe lieber bei dir. Konzentriere dich auf dich und deinen Hund. Dein Hund spürt deinen Ärger und wird unruhig. Wenn es schlecht läuft, überträgt sich deine schlechte Laune auf ihn – und er versteht nicht, warum. Dann kommen wieder Scham und schlechtes Gewissen.

Bleibst du bei dir, merkt dein Hund: Alles gut, mein Mensch hat die Lage im Griff! Und bleibt selbst gelassen.

Praktische Tipps für herausfordernde Begegnungen

Hier sind einige Techniken, die dir helfen können, in solchen Momenten entspannt zu bleiben:

Atmen: Tiefes Atmen hilft, die eigene Aufregung zu kontrollieren und dem Hund Sicherheit zu vermitteln. Dein Hund spürt, wenn du ruhig atmest – und beruhigt sich mit.

Lächeln: Dein Hund liest Deine Mimik. Ein bewusstes Lächeln kann dabei helfen, eine positive Stimmung zu bewahren – auch wenn es schwerfällt.

Körpersprache nutzen: Stelle dich zwischen deinen Hund und den Fremdhund, um Schutz zu bieten und deinem Hund zu zeigen, dass du die Kontrolle hast.

Vorstellungskraft: Stelle dir vor, wie du und dein Hund souverän durch die Situation gehen. Wie fühlt sich das an? Was verändert sich? Durch Wiederholung wird es zur Realität – und gibt dir Selbstvertrauen.

Fazit Den Fokus auf das Wesentliche legen

Diese Begegnungen haben mir immer wieder gezeigt, dass ich nicht die Menschen um mich herum ändern kann. Ich kann nicht beeinflussen, wie sie sich verhalten oder wie sie auf mich und meinen Hund reagieren. Aber ich kann steuern, wie ich damit umgehe.

Indem ich mich bewusst entscheide, mich nicht auf Diskussionen einzulassen, die nichts bringen, nehme ich mir die Führung zurück – für mich und meinen Hund. Ich verschwende keine Energie mehr an Ärger und Wut, sondern richte meinen Fokus auf das, was wirklich zählt: mein eigenes Wohlbefinden und das meines Hundes.

Denn am Ende läuft es immer auf eines hinaus: Dein Hund spiegelt deine innere Haltung. Bist du klar, ruhig und selbstbewusst, wird auch dein Hund entspannter sein. Deine Gedanken, deine Emotionen und dein Verhalten formen nicht nur dein eigenes Leben – sie formen auch die Beziehung zu deinem Hund.

Also, nächstes Mal, wenn du dich aufregst: Atme tief durch, schau deinen Hund an und frag dich – wie will ich, dass er mich sieht? Das ist der Moment, in dem du die Wahl hast. Und genau darin liegt die wahre Veränderung.

Gerne möchten wir dir noch diese Blogartikel ans Herz legen: Der Rhythmus des Lebens-und wie er auch das Leben deines Hundes beeinflusst, Kommunikation, Wahrheit über Dich und Deinen Hund

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Antje & Cristina

Gelassenheit als tägliche Gewohnheit

Gelassenheit als Gewohnheit zu verankern, ist kein unerreichbares Ziel, sondern eine Frage der Übung. Stell dir vor, Gelassenheit wäre kein seltenes Phänomen, sondern ein fester Bestandteil deines Alltags. Häufig nehmen wir an, dass Ruhe und Gelassenheit angeborene Eigenschaften sind, die einige haben und andere nicht. Doch Gelassenheit lässt sich tatsächlich wie jede andere Fähigkeit trainieren! Dank der Flexibilität unseres Gehirns ist es möglich, neue Gewohnheiten und Denkweisen zu verankern – ähnlich wie ein Muskel, den wir mit kontinuierlichem Training stärken.

Gelassenheit als tägliche Gewohnheit – Wie kleine Routinen und souveräne Kommunikation zu innerer Ruhe führen

Stell dir vor, Gelassenheit wäre keine seltene Ausnahme, sondern ein fester Bestandteil deines Alltags. Viele glauben, dass Gelassenheit eine angeborene Eigenschaft ist – eine Fähigkeit, die man entweder hat oder nicht – deine langjährige Freundin beispielsweise, die schon immer eine Engelsgeduld hatte und sich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt.

Zum Glück ist es anders! Gelassenheit lässt sich trainieren und wie eine neue Fähigkeit in das tägliche Leben integrieren.

Studien zeigen, dass unser Gehirn bis ins hohe Alter formbar bleibt und sich durch regelmäßige Wiederholung neuer Verhaltensweisen und Denkmuster verändert, wie ein Muskel, der regelmäßig trainiert wird. Das bedeutet, dass Gelassenheit genauso wie andere Fähigkeiten, erlernt, entwickelt und gestärkt werden kann.

Untersuchungen des University College London haben herausgefunden, dass es durchschnittlich 66 Tage dauert, bis ein neues Verhalten zur Routine wird (es gibt zur Dauer verschiedenste Aussagen – gehen wir hier mal von dieser Zahl aus). Ob wir also lernen, auf eine Situation ruhig zu reagieren oder uns durch Atemübungen zu zentrieren – jeder Schritt, jeder Tag, dessen wir uns darüber bewusst sind und etwas tun, bringt uns ein Stück näher an die innere Ruhe.

Wir zeigen dir in diesem Artikel, wie du durch kleine, bewusste Gewohnheiten und souveräne Kommunikation Gelassenheit langfristig in dein Leben holst – für dich und deinen Hund. Denn je mehr du innere Ruhe findest, desto stärker wird die gelassene Ausstrahlung, die auch auf deinen Hund wirkt.

Wie hängen Gelassenheit und Routinen zusammen?

Unser Gehirn liebt Gewohnheiten. Durch regelmäßige Abläufe sparen wir Energie und fühlen uns sicherer und stabiler. Diese vertrauten Muster verankern sich immer mehr in unserem Gehirn und helfen uns, innere Ruhe zu finden.

Unser Gehirn ist unglaublich anpassungsfähig und verändert sich ständig – das nennt man „Neuroplastizität“. Diese Fähigkeit bedeutet, dass wir neue Verbindungen im Gehirn schaffen können, indem wir bestimmte Verhaltensweisen immer wiederholen. Und das Gute daran: Wir können Gelassenheit trainieren, indem wir uns immer wieder kleine, entspannende Routinen schaffen. Diese Momente der Ruhe im Alltag sind ganz einfach – und sie machen sogar Spaß! Wir schauen uns gleich an, wie du diese für dich nutzen kannst.

Wie wirken sich Routinen konkret auf unsere Gelassenheit aus?

Wenn wir bestimmte Rituale im Alltag fest etablieren, gibt das unserem Gehirn das Signal, dass diese Zeiten von Ruhe und Stabilität geprägt sind. Wiederholte Handlungen wie Atemübungen oder feste Entspannungsphasen verringern die Aktivierung unseres Stresszentrums und stärken stattdessen den präfrontalen Kortex – den Teil des Gehirns, der für Planung, Selbstkontrolle und gelassene Reaktionen verantwortlich ist. Mit der Zeit fällt es uns immer leichter, in stressigen Situationen die Ruhe zu bewahren, weil unser Gehirn durch die Routinen trainiert wurde, nicht sofort in Alarmbereitschaft zu schalten.

Routinen senken zudem den sogenannten Entscheidungsmüdigkeitseffekt. Das bedeutet, dass wir weniger geistige Energie auf alltägliche Entscheidungen verwenden müssen und dadurch mehr Kapazität haben, ruhig und gelassen auf stressige Situationen zu reagieren.

Wenn wir also den Tag durch kleine, geplante Pausen oder Entspannungsmomente strukturieren, bereiten wir unser Gehirn darauf vor, auch in anspruchsvollen Momenten gelassen zu bleiben.

Gelassenheit durch souveräne Kommunikation

Gelassenheit zeigt sich nicht nur in unserer inneren Haltung, sondern auch in der Art und Weise, wie wir kommunizieren. Dabei hat die Art, wie wir sprechen, nicht nur Einfluss darauf, wie unsere Worte bei anderen ankommen, sondern auch auf unser eigenes Gefühl von Ruhe und Selbstkontrolle. Souveräne Kommunikation hilft, Gelassenheit zu fördern, da sie Klarheit und Selbstsicherheit in herausfordernde Gespräche bringt.

Warum souveräne Kommunikation uns innerlich ruhiger macht

Unsere Kommunikation beeinflusst, wie wir uns selbst fühlen, da sie direkt auf unser Gehirn und unsere Emotionen wirkt:

1. Selbstregulation durch bewusste Kommunikation
Wenn wir ruhig und bedacht sprechen – mit „Ich“-Botschaften, kurzen Pausen und überlegten Worten – schaffen wir die Grundlage für mehr Gelassenheit. Indem wir so kommunizieren, helfen wir unserem Gehirn, in stressigen Momenten einen klaren Kopf zu bewahren. Das beruhigt nicht nur uns, sondern auch unser Gegenüber, ob Mensch oder Hund. Je bewusster wir sprechen, desto leichter fällt es uns, unsere Emotionen zu kontrollieren und innerlich ruhig zu bleiben.

2. Verantwortung für eigene Gefühle übernehmen
„Ich“-Botschaften machen uns klar, dass wir für unsere eigenen Gefühle verantwortlich sind. Das bedeutet, statt in einem Moment der Unruhe die Schuld bei anderen zu suchen, drücken wir aus, was wir brauchen, ohne uns überfordert oder von anderen abhängig zu fühlen. Eine ruhige und klare Ansage wie „Ich brauche gerade etwas Zeit für mich“ stärkt unser Gefühl von Kontrolle und trägt dazu bei, dass wir gelassener bleiben, auch in stressigen Situationen.

3. Die Verbindung zwischen Körper und Emotionen
Wir wissen, dass der Körper ein mächtiges Werkzeug ist, um unsere Emotionen zu beeinflussen. Wenn wir bewusst langsamer sprechen, tief atmen und Pausen machen, senden wir ein Signal an unser Gehirn, dass alles in Ordnung ist – auch wenn der äußere Druck mal größer wird. Diese Verbindung zwischen Körper und Gefühl hilft uns, ruhig zu bleiben und die innere Balance zu wahren, egal was gerade passiert.

Techniken für gelassene Kommunikation

·  „Ich“-Botschaften: Sie helfen uns, Verantwortung für unsere eigenen Gefühle zu übernehmen und Missverständnisse zu vermeiden. So können wir Konflikte leichter lösen und Klarheit schaffen.

·  Pausen einlegen: Ein kleiner Moment der Stille vor einer Antwort gibt uns die Zeit, die wir brauchen, um ruhig und bewusst zu reagieren.

·  Ruhige Körpersprache: Eine offene Haltung, sanfte Bewegungen und ein entspannter Blickkontakt signalisieren nicht nur anderen, sondern auch uns selbst, dass wir sicher und gelassen sind.

Wie sich Gelassenheit durch Kommunikation auf deinen Hund überträgt

Hunde reagieren sensibel auf unsere Ausstrahlung. Je souveräner und ruhiger wir kommunizieren, desto sicherer und entspannter fühlen sie sich in unserer Gegenwart. Ein gelassener Kommunikationsstil sendet Signale der Sicherheit und Verlässlichkeit, die auch unsere Hunde spüren und ihre eigene Ruhe fördern.

Praktische Tipps zur täglichen Gelassenheit

  1. Klangmeditation (Sound Bath): Eine Klangmeditation – oder „Sound Bath“ – nutzt beruhigende Klänge, um Körper und Geist in Einklang zu bringen. Ob Gongs, tibetische Klangschalen oder spezielle Frequenzen: Das Gehirn reagiert auf diese Töne mit entspannenden Alpha- und Theta-Wellen. Selbst digitale Versionen, die über Apps abgespielt werden, entfalten eine beruhigende Wirkung und bringen dich in eine tiefere Entspannung. Ein „Sound Bath“ ist ideal, um nach einem langen Tag zur Ruhe zu kommen und innere Gelassenheit zu fördern.
  2. Journaling mit Gelassenheitsfokus: Ein „Gelassenheits-Journal“ ist eine wunderbare Methode, um bewusste Ruhe zu verankern. Setze dich jeden Abend für ein paar Minuten hin und notiere drei Situationen, in denen du heute ruhig geblieben bist, oder schreibe drei Dinge auf, die du morgen gelassen angehen möchtest. Diese kleine Reflexion schärft das Bewusstsein für ruhige Momente und hilft, neue Denk- und Verhaltensmuster zu etablieren, die langfristig Gelassenheit stärken. Studien zeigen, dass Journaling dazu beiträgt, Stress abzubauen und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern.
  3. Die „Drei-Atemzüge-Pause“

In stressigen Situationen neigen wir oft dazu, schnell und impulsiv zu reagieren. Eine einfache Möglichkeit, das zu durchbrechen, ist die „Drei-Atemzüge-Pause.“ Bevor Du handelst oder antwortest, nimm Dir drei tiefe Atemzüge. Diese kurze Pause unterbricht das Stressmuster und gibt Deinem Gehirn die Chance, sich neu zu fokussieren und ruhig zu bleiben. Diese Technik stammt aus der Achtsamkeitspraxis und hilft, das eigene Verhalten bewusster zu steuern.

  • Bewegung in der Natur – aber im „Schnecken-Tempo“

Naturspaziergänge sind schon entspannend, aber wenn Du das Tempo bewusst verlangsamt, kann dies die Wirkung auf Deine Gelassenheit verstärken. Konzentriere Dich auf Deine Umgebung: das Rauschen der Bäume, den Duft der Luft oder das Gefühl der Erde unter Deinen Füßen. Studien zur „Waldtherapie“ zeigen, dass langsame Naturspaziergänge das Stresshormon Cortisol senken und das Herz beruhigen. So stärkst Du nicht nur Deine Gelassenheit, sondern auch Deine Resilienz.

Diese Techniken lassen sich ohne großen Aufwand in den Alltag integrieren und fördern Gelassenheit auf ganz unterschiedlichen Ebenen – von innerer Ruhe bis hin zu einer bewussteren Selbstwahrnehmung. Probiere eine oder mehrere davon aus und beobachte, wie sich Deine Gelassenheit im Laufe der Zeit verstärkt.

Fazit

Gelassenheit ist kein Zustand, der einfach „da ist“, sondern ein wertvolles Training, das mit kleinen Schritten und bewussten Routinen zu einer täglichen Gewohnheit werden kann. Indem du regelmäßig Techniken wie Atemübungen, souveräne Kommunikation und mentale Routinen in dein Leben integrierst, stärkst du nicht nur deine eigene Gelassenheit, sondern auch die Verbindung zu deinem Hund. Diese innere Ruhe wird nicht nur dich entspannen, sondern auch deinem Hund ein sicheres Gefühl geben, das sich positiv auf sein Verhalten auswirken wird.

Mit der Zeit wirst du feststellen, dass du in stressigen Situationen ruhiger reagierst und dadurch ein neues Level an innerer Ausgeglichenheit erreichst. Wenn du diese Fähigkeiten kontinuierlich ausbaust, wirst du mehr Gelassenheit in deinem Leben und in der Beziehung zu deinem Hund erleben. Es lohnt sich, ruhig und gelassen zu bleiben – für dich und deinen Hund.

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